Podenco Ibicenco oder Ca Eivissenc - die Urform der Windhunde mit prähistorischer Geschichte

Es ist erschreckend, wieviele Mischlinge als Podenco Ibicenco vermarktet werden. Gibt man den Suchbegriff "Podenco" in eine Suchmaschine ein, hat man derzeit ca. 10.000 Ergebnisse, von denen 90% Tierschutzorganisationen und selbsternannte Spezialisten sind, denen es hauptsächlich um das Eintreiben von Spendengeldern geht. Da bilden sich Clubs und Vereine, die Ratschläge zur Rasse Podenco Ibicenco, deren Ernährung und Erziehung erteilen, ohne je ein reinrassiges Exemplar gesehen zu haben. Da gibt es ganze Fotogalerien mit Bildern von Podenco Ibicenco, Podenco Canario und Podengo Portuguêse, in denen kein einziger "echter" Podenco abgebildet ist. Da werden tonnenweise Promenadenmischungen aus Spanien in andere Länder Europas exportiert und alle sind "Podencos". Leider wird damit der Rasse Podenco Ibicenco (FCI-Standard 089) und den anderen Standard-gemäßen Podencos ein Bärendienst erwiesen.

Ich möchte deshalb dem interessierten Leser auf dieser Seite die Möglichkeit geben, völlig neutral nachzulesen, was den echten Podenco Ibicenco von allen anderen Hunderassen und deren Mischlingen unterscheidet, damit Sie sich selbst ein Bild von dieser liebenwerten Rasse mit dem "Peter-Pan-Naturell" machen können, deren Abbildungen bereits auf steinzeitlichen Höhlenzeichnungen im Akakus-Gebirge in Libyen und im Alten Ägypten zu finden sind.

Was ist das eigentlich, ein "Podenco Ibicenco"?

Für mich ist der Podenco Ibicenco ein "Ast" in der Evolution, der von der Wissenschaft übersehen wurde. Die schlichte Behauptung, daß alle Hunde vom Wolf abstammen - belegt durch Trummlers "Pudelwölfe" - greift hier nicht ganz. Zum einen hat der Podenco Ibicenco eine Nasennebenhöhle, die ansonsten nur beim Schakal vorkommt, zum Anderen hat er Eigenschaften, die ihn weitab vom "normalen hündischen Verhalten" als eigenständige Spezies ausweisen. Viele seiner Besonderheiten belegen, daß er die Urform aller heute existierenden Windhundrassen ist. Schakalverpaarungen mit Hunden werden von der Wissenschaft als möglich aber nicht fortpflanzungsfähig (wie Esel - Pferd - Maultier) abgehandelt, alte Römische Schriften belegen jedoch häufig Hund-Wolf-Schakal-Mischlinge. Eine erstzunehmende "Kynologische Wissenschaft" hat es bis heute leider nicht gegeben, da hierfür keinerlei "Mittel" verfügbar waren und sind.

Ein roter, ein rotweißer und ein weißer Hund auf Antilopenjagd – prähistorische Felszeichnung im Akakus-Gebirge in Libyen
Der Totengott der alten Ägypter "Anubis" wurde mit dem Kopf des Podenco Ibicenco dargestellt. Der Name "Anubis" bedeuted auf altägyptisch "Hündchen". Darstellungen in den Grabkammern weisen eine 6000jährige Geschichte des Podenco Ibicenco nach, seine Proportionen entsprechen dem altägyptischem Tesem, der hauptsächlich zur Jagd auf Antilopen eingesetzt wurde. Um allen anderen Windhund-Enthusiasten gleich vorzubeugen: Die Urform ist immer stehohrig! Der Podenco Ibicenco ist somit der direkte Nachfahre des altägyptischen Pharaonenhundes. Mit extrem hoher Intelligenz stellt er noch heute unter Beweis, daß er allen "normalen Hunden" (wie z.B. dem Deutschen Schäferhund, der ganze 150 Jahre Geschichte hat) haushoch überlegen ist. Völlig agressionsfrei - auch gegenüber Katzen - ist der Podenco Ibicenco dennoch ein Jäger ersten Ranges.
In Spanien wird er in Meuten - ca. 8 - 10 Hunde - zur Jagd eingesetzt. Das Zusammenspiel der Hunde ist grandios. Sowie einer der Hunde eine mögliche Beute ausgemacht hat, wird sie von der Meute eingekreist, um jegliche Flucht auszuschliessen - und die Jagd ist fast immer erfolgreich.
Sprünge von über 8 Meter mit Drehung in der Luft sind bei der Verfolgung an der Tagesordnung. (Foto Charles Camberoque, veröffentlicht im Werk "Ca Eivissenc: L'Alternativa" 1987, Caixa de Balears, "Sa Nostra" - sehr empfehlenswert).

Hat ein Podenco die Beute ergriffen, wird sie ihm von keinem Rudelmitglied geneidet und er apportiert sie (meist lebend) zum Podencero (Jäger ohne Gewehr).

Einen reinrassigen Podenco Ibicenco würde ich vom Wesen her eher mit einem Geparden vergleichen als mit einem Hund. Von der "katzenhaften" Fellpflege bis zum "JiuJitsu-mässigen" Anspringen der Beute oder etwaiger Gegner lassen sich viele Parallelen ziehen.

Eine Dressur der Podencos im "hündischen Sinn" (Gebrauchshundeprüfung etc.) ist zwar möglich, der Podenco wird dies jedoch immer als "Sklaverei" empfinden und es Ihnen deutlich zeigen - Sie haben dann "nur noch irgendeinen unterworfenen Hund" ohne Charisma. Gelingt es Ihnen stattdessen, die gedankliche Verbindung mit Ihrem Podenco Ibicenco herzustellen, wird er alles und noch viel mehr auf freiwilliger Basis verrichten - viel, viel mehr, als jede Dressur vermag.

Wie erkenne ich einen echten Podenco Ibicenco?

Der "echte" Podenco Ibicenco - in Spanien auch unter dem Namen "Ca Eivissenc" oder "Ca Mallorquin" benannt - ist dort in erster Linie ein Jagd- und Gebrauchshund, der vorrangig von Jägern für Jäger gezüchtet und weitergegeben wird. Er wird dort auch nur zur Jagd verwendet, ein Spanier hat kein Verständnis dafür, wenn wir diesen Hund als "Familienhund" halten. Diese Hunde werden nur auf sehr hohem Preisniveau gehandelt und fast ausschließlich in Jagdkreisen weitergegeben. Da heraus ist auch das Paradoxum gewachsen, daß der Podenco Ibicenco als Urform aller Windhundrassen dennoch kein Windhund sein darf.

Die Jagd mit Windhunden ist in ganz Europa seit 1892 verboten, in einigen Ländern muß für Windhunde gar eine Luxussteuer entrichtet werden. Da man jedoch gerade im Patronatsland Spanien seit jeher gewohnt war, mit diesen Hunden zu jagen, wurden sie zuerst in der FCI (Federation Cynologique Internationale = Dachverband der Hundeverbände mit Anspruch auf Weltgeltung) von einer Klasse in die andere geschoben. Mal Jagdhunde, mal Bracken, mal Windhunde - zum Schluß verständigte man sich auf die Gruppe 5 "Spitze und Hunde vom Urtyp" mit der Betonung auf Urtyp. International existiert der Standard 089 der FCI, der die Idealform der Rasse beschreibt, nach dem sie auf Ausstellungen von Zuchtrichtern bewertet wird. Die Standards des Britischen Kennel Club, des American Kennel Club, Australiens und Canadas haben nur geringfügige Abweichungen bezüglich Fellvarietäten und Größe.

Der Unterschied zwischen Kurzhaar und Rauhhaar ist gar nicht so extrem, wie es im ersten Moment scheint - hier aussagekräftig dokumentiert an Int.Ch. Baal Samen aus dem Kennel Melqart's durch die Gegenüberstellung trocken - naß.

Die Hunde, die über Hilfs- oder Tierschutzorganisationen nach Deutschland importiert werden sind fast ausnahmslos Mischlinge. Tätowierungen und Mikrochip-Implantate werden meist von diesen Vereinen ignoriert, Züchter sind in deren Augen ohnehin "die Bösen" und Jäger die "Verursacher aller erdenklichen Greueltaten". Wirklich erschreckend ist für mich die Tatsache, daß aber gerade diese selbsternannten "Retter" meist gar keine Ahnung von der Rasse haben, weder den Rassestandard kennen, noch die grundlegendsten Bedürfnisse eines echten Podencos einzuschätzen vermögen. Für einen Organismus, der von Natur aus an ein Minimum angepaßt ist, kann eine für hiesige Gefilde normale Ernährung unter Umständen bereits sehr schädlich sein. Ein jagdlich geführter Podenco ist "trocken", er besteht nur aus Haut , Knochen und Muskeln und hat kein Gramm Fett, ist aber dennoch kerngesund. Bei einem Tierarztbesuch, zu dem ich lediglich zur anstehenden Impfung mit einem unserer Champions war, beschimpfte mich eine Frau mit den Worten "Dieser Hund ist ja in einem erbarmungswürdigen Zustand!" Obwohl ich ihr freundlich versuchte zu erklären, daß gerade dieser Hund Internationaler Champion und mehrfacher Weltsieger sei und dies seine optimale Kondition unter Beweis stelle, war sie nicht zu überzeugen - ihre eigene Fettleibigkeit war das Maß aller Dinge. Dies ist jedoch ein Problem mit dem mehr oder weniger alle Windhundhalter zu kämpfen haben - was klassifiziert nun speziell den Podenco Ibicenco?

Wenngleich auch alle Punkte im Standard der FCI abgehandelt werden, ist dieser für den Laien nur sehr schwer verständlich - insbesondere deshalb, weil alle drei Varietäten Kurzhaar, Rauhaar und Langhaar in diesem zusammengefasst worden sind. Ich möchte mich deshalb auf die grundlegenden Merkmale beschränken:

1. Vor allem gibt es KEIN SCHWARZ !

Den Original-Podenco Ibicenco oder Ibizan Hound unterscheidet von allen anderen Rassen das fehlende schwarze Pigment. Dieses ist laut Rassestandard zuchtausschliessend weil es genetisch nicht vorhanden ist.

Wenn also der Ihnen als Podenco Ibicenco präsentierte Hund auch nur ein Pünktchen schwarz oder eine andere Farbe als rot und weiß hat - sei es unter der Zunge - ist er nicht reinrassig. Die Nase und Augenlider sind immer fleischfarben und geben den Podenco Ibicencos einen völlig eigenen Ausdruck. (Achtung: Leberfarben, wie es oft durch die Einkreuzung von Jagdbracken vorkommt, ist nicht fleischfarben.) Dies ist zudem ein weiterer Beweis, dass mit der Abstammungslehre vom Wolf etwas nicht stimmen kann.

2. Die Rute - deutlich anders als beim "Normalhund".

Die Rute, der Schwanz des Podenco Ibicenco, unterscheidet ihn deutlich von allen anderen Hunderassen. In der Ruhestellung gerade hängend nach unten getragen, wird Sie bei erhöhter Aufmerksamkeit zum Signalgeber. Beinahe "aufgeringelt" bei angespanntem "Macho-Gehabe" der Rüden berührt die weiße Spitze fast den Rücken. Dies dürfte auch die Vorlage für die gänzlich aufgedrehte Darstellung der Rute bei den Wandreliefs der alten Ägypter - beispielsweise in Sakkara (Bild am Anfang dieses Artikels) - sein. In der Christlichen Symbolik findet man diesen Kringel wieder im Hirtenstab. Die geringelte Rute unterschied die Hunde für die Hirten in der Dämmerung von Wölfen und Schakalen. Die Rute des Podenco Ibicenco muß so lang sein, daß sie zwischen den Beinen unter dem Bauch durchgezogen mit ihrer Spitze wieder die Wirbelsäule auf dem Rücken erreicht.

Bei der Jagd kann man beobachten, wie die Hunde sich - nachdem sie einmal kurz Laut bei Sicht der Beute gegeben haben - durch unterschiedliches Wedeln miteinander verständigen. Die immer gut sichtbare weiße Schwanzspitze "tanzt" unterschiedliche Muster, durch die sich eine Lautverständigung erübrigt. Bei ganz großer Freude oder im Spiel kann diese Rute regelrecht "rotieren", also nahezu kreisförmig geschleudert werden. Der Rutenansatz ist sehr tief und bildet eine Gerade mit den deutlich hervorstehenden Hüftknochen.

3. Podenco-Ohren - Signalgeber für fast alle Gefühlsregungen

Neben allen Ausdrucksmöglichkeiten der anderen Windhundrassen hat das Spiel der Ohren beim Podenco Ibicenco eine große Bedeutung. Während sich die Ohrform der Stehohren beispielsweise beim verwandten Pharaoh Hound nahezu auf ein Dreieck reduziert hat, sind die Ohren des Podenco Ibicenco in ihrer Form ein Rhomboid, der im unteren Drittel abgeschnitten wurde. Sie erinnern stark an den Ausdruck von Rehen oder Antilopen und signalisieren eine Vielfalt von Stimmungen. Bei gespannter Aufmerksamkeit perfekt gestellt bis hin zum bei Unsicherheit oder Unterwerfung nach hinten gefaltetem beinahe-Rosenohr können sie ein breites Spektrum der Gefühlsregungen vermitteln, zu dem kaum ein anderer Hund ähnlich variabel in der Lage ist. Die korrekte Ohrenstellung entspricht dem Uhrzeiger "5-vor-1" und höher. Die oftmals angetroffene Ohrstellung "10-vor-2" ist negativ zu bewerten. Der "Schwung" der Ohrlinie von der Seite betrachtet, zeigt an der Spitze einen Touch nach hinten. Dadurch steht das obere Drittel senkrecht zur Körperlinie. Der untere Schwung verläuft in der Schädelachse zur Nasenspitze.

4. Hervorstehender "Hinterhauptbeinhöcker", Schädelproportionen und das "Dritte Auge"

Der Schädel des Podenco Ibicenco weist eine Besonderheit auf, die man auch bei anderen Urformen findet. Auf dem Kopf, kurz hinter den Ohren befindet sich eine ca. Daumengroße Erhöhung die sich deutlich vom Oberkopf abhebt. Die Gesamtproportionen des Schädels teilen die vordere und die hintere Hälfte in zwei gleiche Teile.

Nicht im Standard erwähnt, aber von vielen Züchtern gewünscht, ist das "Dritte Auge" - ein roter Punkt zwischen den Ohren in der Fellfarbe. Der Sage nach soll die phönizische Göttin Tanit die auserwählten Hunde dieser Rasse mit einem Fingerabdruck der heiligen roten Erde von Ibiza gesegnet haben - als lebende Nachfahren des Gottes Anubis.

5. "Hasenpfoten" - meines Erachtens kein "Muß"

Die im Standard beschriebenen Hasenpfoten - langgezogene Zehen, die sich im Gelände besser festkrallen können und die Kletterfähigkeit der Podencos erhöhen - entwickeln sich meines Erachtens nur so extrem, wenn diese Hunde sich von klein auf im felsigen Geröll bewegen und werden von mangelhafter Ernährung und dadurch bedingtem "Durchtreten" unterstützt. Bei allen Hochzuchten der Rasse, sowohl in Spanien als international treten diese nicht mehr auf, die Podencos haben allesamt geschlossene, kräftige Pfoten, was deren Leistung eher begünstigt, statt beeinträchtigt.

6. Nicht zu unterschätzen: Die Sprunggewaltigkeit

Das Gangwerk im Showring läßt schon einiges vermuten - die "Schwebephase" im Trab ist ein "Muß". Zwei Meter hoch aus dem Stand zu springen ist noch eine der leichtesten Übungen für einen echten Podenco Ibicenco und Sie werden sehr schnell feststellen, an welchen Stellen Ihr Zaun diese Grenze unterschreitet. Welche Akrobatik die Hunde jedoch während der Verfolgung eines Kaninchen vollbringen, glaubt erst derjenige, der es live erlebt hat. Man kann Sprünge von 8 Metern und mehr erleben, bei denen der Podenco sogar "im Flug" die Richtung ändert, wenn z.B. der Hase einen Haken schlägt. Es gibt hierzu Videos und Fotoserien, die dies in Bildfolgen belegen - und das alles noch dazu in einem Terrain von scharfkantigem Geröll und Machia-Gestrüpp, in dem jeder andere Hund nach wenigen Metern "auf der Strecke bliebe". (Foto Charles Camberoque, veröffentlicht im Werk "Ca Eivissenc: L'Alternativa" 1987, Caixa de Balears, "Sa Nostra" - sehr empfehlenswert).

7. "Noch alle Sinne beieinander"

Während sich spätere Entwicklungen der Caniden meist zu Lasten einzelner Sinne ausgewirkt haben (Funktionen Auge-Ohr-Nase-Intelligenz), merkt man beim Ibizan Hound sehr schnell, warum die Betonung des Standards auf "Urtyp" ausgerichtet ist. Da wird die geringste Bewegung am Horizont erspäht, das kleinste Rascheln im Unterholz gehört und jede noch so geringe Duftspur erschnüffelt - aber auch mit sofortigem völligen Desinteresse gezeigt, das eine weitere Nachsuche oder Verfolgung keinen Sinn mehr hat, wenn die Beute für ihn unerreichbar geworden ist. In der Meute und im Umgang mit anderen Tieren zeigt er zudem ein Sozialverhalten, das meines Erachtens das "wölfische" noch überbietet. Sonderbarerweise gibt es auch keine Probleme mit Katzen (sofern diese nicht fremd sind und die Flucht ergreifen und somit "automatisch" erstmal zur "Beute" werden). Ich hätte auch keine Probleme damit, einen völlig fremden Podenco oder einen anderen Windhund direkt zu meiner Meute zu lassen. Wohl aber beispielsweise einen Deutschen Schäferhund, denn dort zeigt sich eine Art "Rassismus" der Windhunde. Man erlebt dies häufig auf Ausstellungen oder Rennveranstaltungen: Mehrere hundert Windhunde kommen völlig problemlos miteinander aus, bis dann ein "Normalhund" kommt - und plötzlich zeigt sich Agression und Bellerei...

Doch auch hier gibt es eine Besonderheit, die den Podenco Ibicenco auszeichnet: Er ist quasi "von Natur aus agressionsfrei", versucht also (freilaufend) immer zuerst, den anderen Hund freundlich aber intensiv (natürlich mit allem Macho-Gehabe) zu begrüßen und sich mit ihm bekannt zu machen. Doch auch wenn er in eine Lage gebracht wird, in der dies nicht funktioniert, ist er keineswegs schutzlos ausgeliefert. Ich habe es mehrfach erlebt, daß Schäferhunde - vom Körpergewicht her überlegen - sich ohne weitere Vorwarnung direkt auf meine Podencos gestürzt haben, um diese zu attackieren. Dann passierte immer folgendes: Der Podenco sprang mit kurzem Anlauf - fast aus dem Stand - diese Hunde an und hebelte deren Bewegung - wie ein JiuJitsu-Kämpfer aus. Plötzlich in Rückenlage, den Podenco über sich (und symbolisch nah an der Kehle) ergriffen diese Schäferhunde dann panikartik die Flucht und der Podenco verfolgte sie noch ein kurzes Stück zum Schein (in Wirklichkeit ist er ja viel schneller) um dann sichtlich zufrieden zu mir zurückzukehren und zu signalisieren "dem hab ich es aber jetzt gezeigt, was sollte denn der Blödsinn...".

Ein echter Podenco Ibicenco ist für mich, wie am Anfang dieses Artikels erwähnt, ein "Ast" in der Evolution, der von der Wissenschaft übersehen wurde. Dieses Phänomen möchte ich in seiner Ursprünglichkeit erhalten und es gibt weltweit einige Züchter, die den gleichen Standpunkt vertreten. Selbst wenn Ihr Tierheim-Import vom Phänotyp alle erforderlichen Merkmale aufweist, ist dies keine Garantie für die Reinrassigkeit - erst ein 3-Generationen-Stammbaum der FCI verschafft Ihnen Gewissheit...

Deshalb zum Schluß mein Apell: Liebe "Tierschützer", nehmen Sie es mir bitte nicht übel: Sie erfüllen sicher eine lobenswerte und wichtige Aufgabe, aber der Rasse Podenco Ibicenco erweisen Sie einen Bärendienst, indem Sie all Ihre importierten Mischlinge als Podencos bezeichnen und sogar gewisse Leute dabei unterstützen, deren Nachwuchs als reinrassig zu vermarkten. Vergessen Sie auch bitte nicht, dass Sie mit Ihren Aktionen und mit der Verallgemeinerung gegen die "bösen Spanier" auch viele seriöse spanische Züchter beleidigen, die seit Generationen darum bemüht sind, gesunde und rassereine Podencos für die Jagd zu züchten. Wenn in Ihnen wirklich die Liebe für diese Rasse erwacht ist, sollten Sie genau wie ich als "Züchter" darauf bedacht sein, diese Urform einer eigenen Spezies zu bewahren, den Podenco Ibicenco oder Ca Eivissenc - die Urform aller Windhunde.

Bruno Ollik

Falls Sie direkt auf diese Seite gekommen sind:

Noch mehr über den Podenco Ibicenco oder Ca Eivissenc finden Sie unter

www.podenco-ibicenco.de

und natürlich in der internationalen Zeitschrift WindhundWelt

...noch mehr Podencos